Maja

Was sucht der Hustensaft im Alkohol?

von Maja am

Die Quittung für mein übereifriges Draußensein und Tischtennis spielen im T-Shirt: Eine Erkäl..ha..hatschi! 

In wenigen Tagen fahre ich in den Urlaub, also wollte ich mich turboschnell kurieren. Was sonst in einer Woche geschah, sollte jetzt im Schnellverfahren an einem Tag funktionieren. Ich schwamm meine Bahnen im Eukalyptus-Bad, vernichtete Unmengen Fencheltee, aß fünf Kilo Obst, wickelte mir einen Schal um und verschlang gesunde Gemüsesuppe. Das Ergebnis dieser Speed-Kur von Dr. Prof. med. Maja: Keine Besserung. Also war ich bereit, in der Apotheke eine Beschleunigung für meine Genesung zu besorgen.

Ein Herr mit gekringeltem Schnauzbart baute eine ganze Kulisse aus Tabletten, Tropfen und Salben auf dem Tresen für mich auf. „Aber wenn Sie wirklich sicher sein wollen, rate ich Ihnen zu diesem Hustensaft hier“, sagte er und präsentierte mir eine Flasche, auf der „18% Alkohol“ zu lesen war. „Warum ist da Alkohol drin?“, stutzte ich. „Na wenn Sie erstmal besoffen sind, vergessen Sie den Husten“, antwortete Herr Schnauzkringel. Seine Kollegin hatte für diesen platten Witz nur ein müdes Lächeln übrig und schob ihn beiseite: „Manche Inhaltsstoffe entfalten erst ihre volle Wirkung, wenn sie mit Alkohol freigesetzt werden. Andere pflanzliche Extrakte können nur mit Alkohol konserviert werden. Keine Sorge, die Menge ist verschwindend gering.“

Alkohol zur Heilung? Merkwürdig, ich dachte, Alkohol würde den erkrankten Körper nur noch mehr belasten. Wie auch immer, für mich kam der Hustensaft nicht in Frage – wenn schon Alkoholfasten, dann richtig! Heiße Zitrone mit Minzblättern ist ja auch lecker. Öhö öhö.

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