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Ein ungleiches Paar

von Lien am| 1 Kommentar

Der Alkohol und ich – wir haben eine schwierige Beziehung. Als Kumpel, mit dem ich ab und zu abhänge, ist er ganz akzeptabel, aber als fester Freund kann er nichts.

Trotzdem führt er mich immer wieder in Versuchung und… naja, ich lasse mir von ihm Honig um den Mund schmieren. Dank ihm würde ich besser tanzen können, lockerer sein, die Meisterin des Smalltalks werden… von wegen! Alles Lügen! Stattdessen beschert er mir einen hochroten Kopf, Übelkeit, einen leeren Geldbeutel und die Kopfschmerzen des Grauens.

Aus uns wird nichts

Neun Blogs hat es gedauert, bis ich es eingesehen habe. Aus uns wird nichts. Ich habe es immer wieder mit ihm versucht, nachgegeben, mir eingeredet, dass einmal keinmal ist, aber letztendlich muss ich feststellen: Die Beziehung tut mir nicht gut.

Schon beim ersten Blog habe ich gezweifelt… brauche ich ihn? Kann ich nicht auch auf ihn verzichten? Kann ich konsequent nein sagen? Beim dritten Blog, dann die nackte Wahrheit vom Experten. Aus uns kann einfach nichts werden. Schon rein biologisch gesehen nicht. Er mit seiner giftigen Essigsäure und ich mit meinem fehlenden Enzym – ein ungleiches Paar. Man sagt ich sei Heterocygot, das heißt ich kann ihn „nur so halb“ ertragen… nur ein bisschen zu viel von ihm und mir wird schlecht.

Beim fünften Blog habe ich schließlich aus erster Hand erfahren, dass es auch ohne ihn geht. Wer wie mein Kumpel Paul auf seinen Körper und seine Gesundheit achtet, der braucht nicht jedes Wochenende saufen gehen. Spätestens da hat mein schlechtes Gewissen angeklopft. Wenn Paul dieser Beziehung den Laufpass geben kann, dann kann ich das auch… oder?

Mein ungeliebter Freund

Das Problem: Mein ungeliebter Freund, der Alkohol, schaut mich immer so an, als würde er mir nichts Böses wollen… nur ein bisschen Spaß haben. Vor allem an Geburtstagen oder anderen Feierlichkeiten – und kann ich da nein sagen? Schwierig! Da müssen härtere Maßnahmen her. Also habe ich mich für meinen siebten Blog ins Krankenhaus begeben und mit einem Notarzt geredet. Fazit des Gesprächs: Der Alkohol ist ein mieser Typ. Er verarscht nicht nur mich, sondern auch alle anderen Jungs und Mädels. Jedenfalls klingen komatös, Infusion und eingeschissene Hosen nicht gerade spaßig.

Und jetzt beim neunten Blog muss ich zugeben: Ich brauche ihn nicht unbedingt. Nicht um Spaß zu haben oder meine Probleme zu vergessen. Dafür reichen auch die richtige Musik, die richtige Umgebung und die richtigen Leute. Aber manchmal, da gebe ich unserer Beziehung eine Chance. Einfach, weil ich Lust dazu habe und er in Maßen auch erträglich ist. Aber dann ziehe ich auch schon die Grenze. Schließlich kenne ich ja mein Limit.

Ein Kommentar zu: ““Ein ungleiches Paar”

  1. Avatar

    o.mahle@googlemail.com

    Es spricht absolut nichts dagegen, gelegentlich nach Feierabend ein Bierchen oder zum Weihnachtsbraten ein Glas Wein zu geniessen. Man muß es bewußt geniessen. Als Spassmacher und Problemlöser taugt Alkohol überhaupt nicht. Und, als Mutprobe sind alkoholische Getränke nicht nur sinnlos, sondern auch extrem gefährlich. Gleichzeitig muß man die Fernsehmacher dahingehend, und in aller Deutlichkeit, kritisieren. Sehr oft sieht man, dass alkoholische Getränke nach einem anstrengenden Tag oder gelöstem Mordfall als Entspannungsmittel konsumiert wird. Eine fatale Botschaft, speziell für Jugendliche und Heranwachsende.

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