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Respekt vor dem eigenen Körper

von Lien am| 2 Kommentare

Mein Kumpel Paul trainiert viel, er macht Kraftsport und deswegen verzichtet er inzwischen komplett auf Alkohol. Mit 17 Jahren haben wir noch zusammen die Nächte durchgemacht und das ein oder andere Mal über die Stränge geschlagen. Während ich mir aber auf Partys immer noch ein, zwei Drinks gönne, bleibt Paul nüchtern. Bei einem Treffen erzählt er mir, warum sich körperliche Fitness und Alkohol nicht vertragen.

Auf dem Tisch liegt ein Fitness-Magazin. Das Cover ziert ein aufgepumpter Arnold Schwarzenegger. Bodybuilder will Paul aber nicht werden. Der 25-jährige Stuttgarter studiert im dritten Semester Wirtschaftswissenschaften an der Uni Hohenheim. Neben seinen Wirtschaftsbüchern für die Uni, gehört das Fitness-Magazin aber genauso zu seiner Pflichtlektüre. Viermal die Woche geht er ins Fitnessstudio. Und auch in seinem Kühlschrank finden sich vorwiegend nur gesunde Sachen – ungewöhnlich für einen Studenten. Die gesunde Lebensweise macht bei ihm auch nicht beim Wochenende Halt. Wenn er mit seinen Freunden feiern geht und sie es mit alkoholischen Getränken krachen lassen, dann bleibt er nüchtern. „Anfangs habe ich aufgrund des sportlichen Aspekts und der Figur wegen auf den Alkohol verzichtet. Inzwischen mache ich es aber, um meinem ganzen Körper etwas Gutes zu tun.“

Alkohol gehört im weitgefassten Sinne  zu den Makronährstoffen. Im Gegensatz zu den Kohlehydraten, Fetten und Eiweißen brauchen wir aber den Alkohol nicht zum Überleben. „Der Alkohol ist somit gesehen ein schädlicher Makronährstoff, der zudem einen Kaloriengehalt von 7kcl pro Gramm hat.“, weiß Paul genau. Bevor er mit dem Verzicht begonnen hat, hat er recherchiert und sich erkundigt, inwiefern sich der Alkohol auf seinen Körper und auf sein Training auswirkt. Einen Vorteil konnte  er direkt ohne jegliche Recherchen feststellen: „Am Wochenende bin ich viel fitter. Mein Körper muss sich von nichts erholen, das heißt ich kann auch nach einer durchfeierten Nacht mit voller Energie trainieren gehen.“

Anstrengend sind für Paul eher die die Leute, die sich beim Saufen nicht mehr unter Kontrolle haben: „Mich nerven die Leute, die sich bis zur Besinnungslosigkeit saufen und sich dann nicht mehr im Griff haben. Für mich ist das eine Art Charakterschwäche!“ Das hat es bei ihm damals nur in der Pubertät gegeben. Mit dem Erwachsenwerden kam bei ihm auch die Vernunft. Vernunft bedeutet für ihn aber nicht kompromisslos aufs Trinken zu verzichten. „Wenn ein Kumpel seinen Geburtstag feiert und ich hab Lust zu trinken, dann mache ich das auch. Das passiert aber nur circa alle drei Monate.“ Ausschweifend wird es dabei nicht. Für den 25-jährigen hat das mit Respekt vor dem eigenen Körper und Selbstdisziplin zu tun.

Schiefe Blicke erntet er fürs nüchtern sein dagegen nur selten. „Wenn ich sage, dass ich wegen dem Sport nicht trinke, dann halten mich viele Menschen für oberflächlich. Deshalb nehme ich meine Gesundheit als Argument. Dagegen kann keiner was sagen.“

2 Kommentare zu: “Respekt vor dem eigenen Körper”

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    Bernd

    Die Lebenswelt irgendwelcher geligen Wirtschaftsstudenten mag ja für die Autorin interessant sein, tangiert aber nur wenige Jugendliche. Um Jugendlichen die gefährliche Wirkung von Alkohol näher zu bringen, braucht es gruselige Geschichten knallharter Säufer, nicht dieses weiche Gedudel aus der Schülerzeitung. Und schon gar niemand will irgendwelche Fitnessgeschichten von Paule Aalglatt hören und dazu Bizepsfotos anschaun – schrecklich!

  2. Avatar

    KDL-Team

    Die Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ möchte Jugendliche über das Thema Alkohol informieren und für die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum sensibilisieren. Das kann am besten gelingen, wenn man das Thema mit den Lebenswelten von Jugendlichen verknüpft. Die Bloggerinnen und Blogger der Kampagne sind im Alter der Zielgruppe und schreiben aus ihren Lebenswelten heraus über verschiedene Facetten des Themas Alkoholkonsum und schaffen damit unterschiedlichste Denkanstöße. Sport und Muskeltraining spielen für viele Jugendliche eine wichtige Rolle, deshalb eignet sich dieser Bereich sehr gut dafür, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Gruselgeschichten“ über die Folgen von Alkoholkonsum haben sich indes als wenig geeignet erwiesen, um das Interesse von Jugendlichen zu erreichen. Im Gegenteil – sie können in vielen Fällen dazu führen, dass Jugendliche sich vom Thema "Schädliche Folgen von zu viel Alkohol" abwenden. In der Wissenschaft spricht man von „Furchtappellen“, die sich als tendenziell wenig wirksame Präventionsansätze erwiesen haben. Uns ist es wichtig, den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen. Dazu gehört auch ein fairer Umgang untereinander – zum Beispiel in sozialen Netzwerken und im Rahmen dieses Blogs. Persönlichen Beleidigungen möchten wir keine Bühne geben und haben den unten stehenden Kommentar deshalb auch nur mit Zustimmung des angesprochenen Jugendlichen und der Bloggerin veröffentlicht. Inhaltliche Rückmeldungen sind uns aber jederzeit willkommen.

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