Claudia

Jede Gelegenheit eine Entscheidung

von Claudia am| 1 Kommentar

Dass es 1000 Gründe gibt, Alkohol zu trinken, würden wahrscheinlich viele Jugendliche sofort unterschreiben. Geburtstagspartys, Mädelsabend, Semesterbeginn, Stress mit den Eltern oder in der Schule, Silvester, einfach Feierabend oder mal schön Essen gehen – die Liste scheint zunächst endlos. Aber stimmt das? Kann man all diese Gelegenheiten nicht eigentlich unter „Spaß“ und „Probleme vergessen“ subsumieren?

Bleibt die Frage, warum wir diese Anlässe wie selbstverständlich mit Alkohol assoziieren. Und warum sie oft mit mehr Bier, Wein und Co enden, als man sich ursprünglich vorgenommen hatte. Wie wäre es mit einem gedanklichen Selbstversuch – wie wäre der Abend ohne Alkohol verlaufen? Was wäre besser gewesen, was schwieriger? Hättest du so viel weniger Spaß gehabt? Sind die Probleme nach einer durchgefeierten Nacht tatsächlich kleiner? Oder ist Alkohol nicht oft nur eine Ausrede, Mittel zum Zweck, irgendetwas Unangenehmes aufzuschieben?

Wer ehrlich ist, kennt seine Gründe, Alkohol zu trinken. Und weiß warum andere Leute sich entscheiden, im Limit zu bleiben. Viele der 1000 Gründe, welche die BZgA sammelt, werden sich ähneln. Manche werden offensichtlich sein, manche sehr persönlich. Aber es geht ja auch nicht darum, sich nachher mit einer vollständigen Liste von 1000 Gründen vor den nächstbesten Jugendlichen aufzubauen und zu sagen: „So, das sollte jetzt aber reichen, um euch zu überzeugen. Lasst die Finger vom Alkohol, für immer und ewig.“

Vielmehr könnte die Liste eine Inspiration sein, eine gute Gelegenheit nachzudenken,  warum Alkohol im Freundeskreis und in unserer Gesellschaft eigentlich so wenig hinterfragt wird. Mal richtig betrunken zu sein gehört dazu, wenn man jung ist? Dass ich nicht lache. Man kann sehr gut auch ohne Filmriss und Krankenhausaufenthalt erwachsen werden.

Im Grunde gibt es vielleicht genauso viele Gründe für Alkohol wie gegen Alkohol. Nur sollte man dies eben im Kopf behalten und jedermanns Entscheidung respektieren. Was nicht heißt, dass ein kritischer Blick auf sich selbst und andere schon als unangebrachte Einmischung gelten muss. Alkohol zählt immerhin zu den legalen Drogen und kann süchtig machen. Fast 10 Millionen Menschen in Deutschland trinken mehr Alkohol als unbedenklich wäre. 1 Million Menschen sind alkoholabhängig. Vielleicht sollte man sie mal nach Gründen für oder gegen Alkohol fragen. Ich habe das Gefühl, die meisten würden abraten. Und sagen, dass Alkohol nur scheinbar Probleme löst.

Welche Reaktionen ich selbst bekomme, wenn ich von meinem Leben ohne Alkohol erzähle, erfahrt ihr im nächsten Blog.

Zur Aktion „1000 Gründe, um im Limit zu bleiben“ gehts hier lang.

Quelle zu den Zahlen

Ein Kommentar zu: ““Jede Gelegenheit eine Entscheidung”

  1. Avatar

    Sanne

    „Dass ich nicht lache. Man kann sehr gut auch ohne Filmriss und Krankenhausaufenthalt erwachsen werden.“
    Danke 🙂 Ich hab das auch geschafft und eigentlich nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas Wichtiges verpasst habe. Andererseits denke ich schon oft darüber nach, was wohl gewesen wäre, wenn… Und jeder guckt erst mal komisch, wenn er hört, dass ich noch nie in meinen fast 24 Jahren betrunken war.
    Tja, ist nun mal so. Vielleicht bin ich ja wirklich nicht ganz normal und hab ein kleines Kontrollproblem mit mir selbst, weil ich nie sagen will: „Wäre ich nicht betrunken gewesen, hätte ich das nicht gemacht.“
    Aber so bin ich halt und meine Freunde mögen mich glücklicherweise trotzdem 😀

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