Lien

Ich vertrage nichts!

von Lien am

Knallrotes Gesicht, glühende Wangen und heiße Ohren – klingt nach einer nahenden Erkältung, ist aber nur ein Zeichen für den Alkohol in meiner Blutbahn.

Von meinen Ami-Freunden habe ich gelernt, dass man dieses Phänomen den „Asian Glow“ nennt. Ich bin also das asiatische Glühen, das sich nach nur wenigen Schlücken Alkohol bemerkbar macht. Ansonsten bin ich aber eine 22-jährige Stuttgarter Studentin im dritten Semester, die sich zwischen Studium, Arbeit und gelegentlicher Feierei bewegt. Gelegentlich, weil der Asian Glow meine Feierei einschränkt. Grund dafür: meine vietnamesischen Wurzeln und daher mein fehlendes Enzym zum Alkoholabbau. Viele Freunde und eine Kurzrecherche bestätigen das. Asiaten fehlt oft das für den Alkoholabbau wichtige Enzym mit dem Namen Aldehyddehydrogenase. Das ist eine mögliche Erklärung, warum ich schon nach einem Bier so „gut dabei“ bin.

Eigentlich sollte ich also akzeptieren, dass ich keinen Alkohol vertrage – kein Sekt,  kein Wein, kein Bier, kein Hochprozentiges. Uneigentlich lässt sich das aber nicht so leicht mit meinem Sozialleben vereinbaren. Denn wer geht schon auf den Wasen, das Stuttgarter Pendant zu der Wiesn, und tanzt mit einer Maß Wasser auf der Bank? Ganz wenige! Aber andererseits denk ich: Ist es nicht unfair, dass ich aus Gruppenzang an meinem Bierkrug nippe?

Klingt jetzt so, als würde ich dem sozialen Druck nachgeben. Ist aber nur die halbe Wahrheit. Keiner meiner Freunde zwingt mich dazu mitzutrinken. Schließlich wissen sie, dass mein Enzym da nicht mitspielt. Vielmehr kommt da mein, sagen wir mal, gespaltener Wille zum Vorschein. Zum einen will ich als Studentin mit den anderen mithalten und zum anderen will ich die Finger vom Alkohol lassen, weil er mir nicht gut tut. Dabei weiß ich ja, dass ich auch ohne Rausch ordentlich feiern kann. Vielleicht lerne ich beim Bloggen konsequenter „Nein“ zu sagen.

Als nächstes werde ich in meinem Blog dem fehlenden Enzym auf den Grund gehen und rausfinden, wieso ich keinen Alkohol vertrage. Vorerst aber ganz banal: „Hey, ich heiße Lien und blogge für euch.“

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