Kai

Das war’s!

von Kai am

Ich habe es (von zwei bis drei Ausnahmen abgesehen) geschafft, trocken durch die Fastenzeit zu rutschen. Oder so. Meine Metapher ist kaputt. Ich bin überrascht, wie leicht es mir fiel. Ich nehme das jetzt aber nicht als Freibrief für eine dreiwöchige Sauftour, bis ich meinen Namen und den Großteil meiner Kindheit vergesse. Alkohol ist brandgefährliches Zeug und daran ändert eine kurze alkoholfreie Phase nichts. Vielmehr werde ich mich aber jetzt daran erinnern, dass es oft auch gut ohne Bier geht.

Weitere positive Effekte sind zum Beispiel, dass ich drei Kilo abgenommen habe. Der Weg zur Bikinifigur ist also nicht mehr weit. Meine sozialen Kontakte sind auch nicht, wie befürchtet, komplett zusammengebrochen. Wenn das passiert wäre, würde ich mir auch ernsthafte Sorgen um meine Wahl meiner Freunde machen. Ich hatte auch nicht allgemein weniger Spaß im Leben. Wenn ich mich amüsiere, dann weil mich die richtigen Leute umgeben.

Auf Sprüche wie: „Na, du bist ja gut dabei, dass du das lustig findest.“, konnte ich in letzter Zeit mit einem langgezogenem „Ich bin nüüüüüüüüüchtern du Pappnase!“ antworten. Und das war toll. Diese Idiotie, dass man sich nur mit Schnaps und Bier gehen lassen kann, hat sich bei vielen Leuten und auch leider bei mir im Kopf festgefressen. Wenn jemand im Büro gute Arbeit leistet, guckt man ihn doch auch nicht blöd von der Seite an und sagt etwas wie: „Man, du hast ja schon tief in die Kaffeekanne geguckt, oder?“ Na klar, Kaffee hilft beim Arbeiten. Alkohol entspannt, so wirken diese Drogen. Aber ich bin froh, dass ich es immer noch ohne schaffe, die Seele baumeln zu lassen.

Das ganze „Experiment“ tat nicht weh und ich bin nun Feinschmecker, wenn es um alkoholfreies Bier geht. Ich habe etwas, wenn auch nicht viel Geld gespart. Entzugserscheinungen hab ich keine gehabt, auch ist aus mir kein besserer Mensch geworden. Wie auch in so kurzer Zeit? Die große Erkenntnis aus der ganzen Sache ist eigentlich: Alkohol sorgt nicht dafür, dass es mir gut geht, die Umstände, in denen ich trinke tun es.

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