Kai

Am ersten Tag versagt

von Kai am

Tja, so schnell kann es gehen. Ich habe mein Versprechen, nichts zu trinken gleich am ersten Tag gebrochen. Wie konnte es dazu kommen?

Zunächst begann der Tag mit 10 cm Neuschnee und der Erkenntnis, dass mein Fahrrad zwar ein echter Kumpel ist, aber bei sibirischen Verhältnissen an seine Grenzen stößt. Normalerweise ist allein die Witterung ja kein Grund zur Flasche zu greifen und das stimmte in diesem Fall auch.

Der Grund, warum ich mich durch diese Schneehölle bewegen musste war, dass eine Klausur anstand. Nach einer Prüfung ist es ein althergebrachter Brauch, dass sich die Studenten meiner Universität die Hände schütteln und sich für einen weiteren akademischen Erfolg gratulieren. Dann kippen Sie sich in kürzester Zeit so viel Bier hinter die Binde, dass alles Gelernte „wegformatiert“ wird und „Platz für Neues ist“. Das das kompletter Schwachsinn ist, sollte klar sein.

Wie dem auch sei, ich saß also in der „Bierstube“ und trank ohne weiter darüber nachzudenken einen … Kaffee! Auch hier kam es nicht zu meinem Sündenfall. ich hatte mich mit ein paar Freunde verabredet und musste noch 2 Stunden warten. Ich bereite mich also bei einer schönen, heißen schwarzen Tasse Kaffee auf die nächste Prüfung vor. Das ging ganz gut, auch ohne formatieren.

Als ich später aber nach Hause wollte, ging das nicht. Die Stadt war blockiert. In Dresden gib es jedes Jahr im Andenken an die Bombenangriffen Auseinandersetzungen zwischen Links und Rechts. Abgeschnitten von meinem Zuhause, auf einer von der Polizei umstellten Kreuzung fror ich gar bitterlich, als ich in der Menge eine Freundin von mir entdeckte. Aus ihren Rucksack zauberte sie eine Thermoskanne mit Tee, den ich gerne entgegennahm und einen großen Schluck nahm.

Wie ein Buschfeuer brannte sich kurz darauf ein Rum-Tee Gemisch seinen Weg meine Speiseröhre herunter. Das Zeug war Rum mit einem Schuss Tee! Ich mache ihr keinen Vorwurf, sie wusste nichts von meinem Fastenzeitplan. Aber schlimmer als mein Bruch mit meinem Vorhaben war der Fakt, dass sich meine Blugefäße fröhlich weiteten und ich dadurch kurz das Gefühl hatte, mir wäre wunderbar warm. Leider war ich kurz darauf komplett ausgekühlt und musste auf dieser verdammten Kreuzung fröstelten. Es kann ja nur besser werden…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.